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PRÖLL: Mobilität der Zukunft muss klimafreundlich und leistbar sein!

Sonderausstellung „klimafreundlich mobil – Ideen für den Verkehr der Zukunft“ vom 4. Juni bis 19. Oktober 2008 im Technischen Museum Wien

 
„Um im Verkehrssektor nachhaltig etwas für den Klimaschutz  zu tun, müssen im Mobilitätsbereich neue Wege gegangen werden. Neben alternativen Antrieben und Kraftstoffen sowie einer spritsparenden Fahrweise muss es ein Umdenken im Mobilitätsverhalten geben. Darüber hinaus müssen Antworten gefunden werden, um den ständig steigenden Rohstoffpreisen nachhaltig begegnen zu können.

Hier braucht es eine Vielzahl von schnell greifenden bis hin zu langfristigen Maßnahmen, die jede und jeder Einzelne selbst setzen muss, sowie neue, innovative Lösungen von Verkehrsprofis“, appellierte Umweltminister Josef Pröll heute, Dienstag, anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „klimafreundlich mobil – Ideen für den Verkehr der Zukunft“ im Technischen Museum in Wien.  Die gemeinsame Ausstellung vom Lebensministerium und dem Technischen Museum Wien in Kooperation mit der Österreichischen Energieagentur und dem Umweltbundesamt zeigt vom 4. Juni bis 19. Oktober 2008 technische und organisatorische Strategien und Möglichkeiten, den CO-Ausstoß im Verkehrssektor zu reduzieren und gibt Denkanstöße für eine alternative Mobilität der Zukunft. Dies teilt das Lebensministerium mit.
 
Der Verkehrssektor ist das Sorgenkind Nr. 1 beim Klimaschutz. Rund 26 Prozent der gesamten Treibhausgase stammen aus dem Straßenverkehr, der Anstieg der Treibhausgas-Emissionen aus dem Verkehr seit 1990 beträgt 83 Prozent. Durch die technische Weiterentwicklung und ein umweltfreundliches Mobilitätsmanagement gibt es jedoch im Verkehrssektor ein großes Potenzial für den Klimaschutz und die Kostenreduktion, das aber auch gelebt und umgesetzt werden muss. Um darüber hinaus Anreize für die Nutzung der Öffis zu setzen, muss langfristig auch in den Ausbau und die Vernetzung des öffentlichen Verkehrs verstärkt investiert werden.
 
Umweltfreundliche Autos und Spritsparen für Umwelt und Geldbörse
Klimaschutz braucht vor allem das Engagement jeder und jedes Einzelnen. Das heißt konkret im Alltag: beim Autokauf auf spritsparende Modelle achten und für kurze Wege aufs Rad umsteigen oder zu Fuß gehen. „Rund die Hälfte aller Autofahrten betrifft kurze Wege bis fünf Kilometer, hier gibt es massiv Einsparungspotenzial, wenn man das Auto stehen lässt. Das ist kurz- und langfristig die beste Lösung für das Klima und die Gelbörse“, betonte Umweltminister Pröll.
 
Auf der Internetplattform www.autoverbrauch.at von Autowirtschaft und Lebensministerium findet man Daten zu Verbrauch, CO-Emissionen und Abgasklassen aller angebotenen Modelle. „Wer umweltbewusst Auto kauft, profitiert ab 1. Juli 2008 auch von der Anpassung der NoVA im Rahmen des Ökologisierungsgesetzes und erhält einen Steuerbonus von € 300,- für PKWs mit einem CO-Ausstoß von höchstens 120g/km, € 200,-, wenn die NO-Grenzwerte der künftigen EURO 6 Abgasnorm bereits jetzt entsprechen, und € 500,- für alternativ betriebene Fahrzeuge. Bewusster Autokauf zahlt sich also aus“, so Pröll.
 
Das Lebensministerium bietet gemeinsam mit dem ÖAMTC auch geförderte Spritspartrainings an. Eine spritsparende Fahrweise spart bis zu 30 Prozent Sprit. Wer den Dreh heraußen hat, kann auch beim Spritsparwettbewerb des Lebensministeriums teilnehmen und sich unter www.spritspar.at anmelden. Dem Gewinner winkt ein nagelneuer, umweltfreundlicher VW Golf TDI Blue Motion.
 
Mobil und umweltfreundlich mit neuen Technologien und Biokraftstoffen
Die Ausstellung beweist, dass Klimaschutz im Verkehr viele Gesichter haben kann. Die Mobilität der Zukunft ist ohne Einschränkungen unter neuen Rahmenbedingungen möglich - durch eine Effizienzsteigerung bei konventionellen Antrieben oder die Weiterentwicklung alternativer Antriebe wie Hybrid- und Elektroantriebe, Brennstoffzellen, Gasmotoren oder durch Photovoltaik gestützte Elektromobilität und auch durch den verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen. „Wir haben durch den Einsatz von Biokraftstoffen 2006 erstmals den Wachstumstrend der Emissionen im Verkehrssektor gebrochen und eine CO-Reduktion von rund einer Million Tonnen geschafft. Mit dem im Regierungsprogramm verankerten Ziel, einen Anteil von zehn Prozent an alternativen Kraftstoffen zu erreichen, können wir über zwei Millionen Tonnen einsparen“, bekräftige Pröll sein „Ja“ zu Biokraftstoffen.
 
Hier sind die Tankstellenbetreiber gefordert, die neuen Entwicklungen zu unterstützen und die Versorgung mit alternativen Treibstoffen, wie E85 (Superethanol) und Gas, im Tankstellennetz in größerem Umfang möglich zu machen. Gleichzeitig muss in die Forschung der Biokraftstoffe der zweiten Generation massiv investiert werden. „Das geht aber nicht ohne Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Ökologie, Ökonomie und Soziales müssen vereinbar sein und Umweltschutz und Lebensmittelversorgung dabei gesichert bleiben. Deshalb plädiere ich für eine international standardisierte und transparente Nachhaltigkeitszertifizierung“, so der Umweltminister nachdrücklich.
 
Förderanreize für klimaschonende Mobilität mit klima:aktiv
Den Weg in eine veränderte Mobilität der Zukunft geht das Lebensministerium vor allem auch mit seiner Initiative klima:aktiv mobil. Sie setzt zahlreiche Förderanreize, um ein klimaschonendes Mobilitätsmanagement zu forcieren. „Wir haben bereits über 260 Projektpartner, mit denen wir 2008 rund 160.000 Tonnen CO einsparen können. Das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2007. Allein durch die Flottenumrüstungen auf alternative Antriebe und Kraftstoffe sparen rund 80 klima:aktiv mobil Betriebe mit rund 2.000 umgestellten Fahrzeugen jährlich bereits rund 90.000 Tonnen CO ein. Unser Ziel ist es, bis Ende 2008 eine Einsparung von 200.000 Tonnen CO2  zu erreichen!“, so Umweltminister Pröll zum Erfolg der klima:aktiv Programmschiene.
 
klima:aktiv mobil unterstützt und kooperiert mit Betriebe, Städte, Gemeinden und Regionen sowie Freizeit- und Tourismuseinrichtungen bei der Umstellung von Fuhrparks auf alternative Antriebe und Treibstoffe sowie bei Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs und eines innovativen klimaschonenden Mobilitätsmanagements.
 
Kombiticket für die EURO 2008
„Auch für Großveranstaltungen muss es in Hinkunft selbstverständlich werden, bei der Mobilität neue Angebote zu machen. Bei der EURO 2008 bieten wir für die An- und Abreise ein Kombiticket an. Damit wird die Match-Eintrittskarte gleichzeitig zum Fahrschein für die Züge der ÖBB, für Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in den EM-Städten. So ein Angebot hat es bisher noch nie gegeben“, so Umweltminister Josef Pröll zur Klimaschutzaktion im Rahmen von „Umwelt am Ball“. Mit einem zusätzlichen Angebot von rund 4.000 Zugverbindungen sparen die ÖBB mehr als 16.000 Tonnen CO ein.
 
Darüber hinaus hat die Kommunalkredit (KPC) im Auftrag des Lebensministeriums einen Fonds für österreichische Klimaschutzprojekte geschaffen. Die Austrian Airlines, als erster Partner von „Climate Austria“, sind mit gutem Beispiel voran gegangen und bieten ihren Passagieren eine freiwillige CO-Kompensation für ihre Flugkilometer an. Diese können sie in internationale oder nationale Klimaschutzprojekte investieren und so z. B. klimaneutral zu den EM-Spielen anreisen.
 
„Ich lade alle Interessierten ein, sich bei der Ausstellung die neuen technischen Lösungen und alternative Methoden der Fortbewegung sowie Strategien eines innovativen Mobilitätsmanagements anzusehen und sich in ihrem Mobilitätsverhalten davon inspirieren zu lassen. Wir müssen im Klimaschutz neue Wege gehen, denn Österreich hat ein Ziel – weniger CO!“, forderte der Minister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Josef Pröll, abschließend auf, die Sonderausstellung möglichst zahlreich zu besuchen. 
 

gerhard.popp@lebensministerium.at

03.06.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit